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21.10.2011

Byron Katie - Einige Grundlegende Prinzipien

Bei "The Work" ist kein Lehrer nötig. Sie selbst sind der Lehrer auf den Sie gewartet haben! Sie sind Derjenige, der ihren Leiden ein Ende machen kann ...

Gedanken, die der Realität widersprechen:
Wir leiden nur dann, wenn unsere Überzeugung mit dem, was ist, im Widerstreit liegt. Wenn unser Geist vollkommen klar ist, dann entspricht das, was ist, dem, was wir wollen. 

Wenn Sie sich wünschen, dass die Realität anders wäre, als sie ist, können Sie genauso gut versuchen, einer Katze das Bellen beizubringen. Sie können es immer wieder versuchen, aber am Ende wird die Katze Sie ansehen und doch „Miau" sagen. Es ist hoffnungslos, sich zu wünschen, dass die Realität anders sein soll, als sie ist. Sie können den Rest Ihres Lebens mit dem Versuch verbringen, eine Katze das Bellen zu lehren.
Und doch werden Sie, wenn Sie darauf achten, immer wieder feststellen, dass wir Dutzende Male am Tag Gedanken wie diese haben:

„ Die Leute sollten freundlicher sein."
„ Kinder sollen sich gut benehmen."
„ Meine Nachbarn sollten ihren Rasen besser pflegen."
„ Mein Mann oder meine Frau sollte mir zustimmen."
„ Ich sollte schlanker, hübscher oder erfolgreicher sein."

Diese Gedanken drücken aus, dass wir die Wirklichkeit gerne anders hätten, als sie ist. Wenn Sie denken, dass das deprimierend klingt, dann haben Sie Recht.
Der ganze Stress, den wir empfinden, wird dadurch verursacht, dass wir mit dem Streiten was ist.

The Work offenbart uns, dass das, was unserer Meinung nach nicht hätte sein sollen, wohl hätte sein sollen. Es sollte so sein, weil es so ist, und kein Gedanke der Welt kann daran etwas ändern. Das heißt nicht, dass Sie mit allem einverstanden sein müssen. Es bedeutet nur, dass Sie die Dinge ohne Widerstand und ohne die Verwirrung Ihrer inneren Kämpfe betrachten können. Niemand will, dass seine Kinder krank werden, und niemand will in einen Autounfall verwickelt sein. Aber wenn diese Dinge geschehen, was hilft es dann, wenn wir uns in Gedanken dagegen wenden? Wir haben bessere Möglichkeiten, darauf zu reagieren, und doch wenden wir uns dagegen, weil wir nicht wissen, wie wir damit aufhören können.



Bleiben Sie bei Ihren eigenen Angelegenheiten

Ich kann im Universum nur drei Arten von Angelegenheiten entdecken: meine, Ihre und Gottes.
 (Für mich bedeutet das Wort Gott »Realität«. Die Realität ist Gott, denn sie herrscht. Alles, was sich außerhalb meiner, Ihrer und anderer Menschen Kontrolle befindet - das bezeichne ich als Gottes Angelegenheit.)
Viel von unserem Stress hängt damit zusammen, dass wir uns in Gedanken außerhalb unserer eigenen Angelegenheiten bewegen. Wenn ich denke: »Du brauchst einen Job, ich möchte, dass du glücklich bist, du solltest pünktlich sein, du musst besser auf dich achten«, dann bewege ich mich in den Angelegenheiten eines anderen Menschen. Wenn ich mir Sorgen über Erdbeben und Überschwemmungen oder den Zeitpunkt meines Todes mache, dann bewege ich mich in Gottes Angelegenheiten. Wenn ich gedanklich in Ihren oder in Gottes Angelegenheiten bin, dann entsteht daraus ein Gefühl der Trennung. Ich habe das Anfang 1986 bemerkt. Wenn ich mich gedanklich mit den Angelegenheiten meiner Mutter beschäftigte, also beispielsweise dachte: »Meine Mutter sollte mich verstehen«, dann spürte ich sofort ein Gefühl der Einsamkeit. Und ich erkannte, dass ich jedes Mal, wenn ich mich in meinem Leben verletzt oder einsam gefühlt hatte, in den Angelegenheiten von jemand anders gewesen war.

Wenn Sie Ihr Leben führen und ich in Gedanken ebenfalls Ihr Leben führe, wer lebt dann meins? Wenn ich mich in Gedanken mit Ihren Angelegenheiten beschäftige, dann hält mich das davon ab, in meinem eigenen Leben anwesend zu sein. Ich bin getrennt von mir selbst und frage mich, warum mein Leben nicht funktioniert.

Zu denken, dass ich weiß, was für einen anderen Menschen das Beste ist, bedeutet, dass ich mich nicht mit meinen eigenen Angelegenheiten beschäftige. Sogar im Namen der Liebe ist das pure Arroganz, und das Resultat sind Stress, Sorge und Furcht. Weiß ich, was für mich selbst richtig ist? Nur das ist meine Angelegenheit. Daran sollte ich arbeiten, bevor ich versuche, anderer Leute Probleme zu lösen.
Wenn Sie die drei Arten von Angelegenheiten gut genug verstehen, um bei Ihren eigenen Angelegenheiten zu bleiben, dann kann das Ihrem Leben eine Freiheit geben, die Sie sich vorher nicht einmal vorstellen konnten. Wenn Sie das nächste Mal Stress oder Unbehagen spüren, dann fragen Sie sich, in wessen Angelegenheiten Sie sich gedanklich befinden, und es könnte sein, dass Sie in Gelächter ausbrechen. Mit dieser Frage können Sie zu sich selbst zurückfinden. Und vielleicht gelangen Sie zu der Einsicht, dass Sie noch nie wirklich präsent waren, dass Sie sich Ihr ganzes Leben lang gedanklich in den Angelegenheiten anderer Leute bewegt haben. Die bloße Feststellung, dass Sie sich mit den Problemen fremder Menschen beschäftigen, kann Sie zurück zu Ihrem wunderbaren Selbst bringen. Und wenn Sie das eine Weile üben, kommen Sie vielleicht zu der Erkenntnis, dass Sie gar keine Probleme haben und dass Ihr Leben einfach perfekt von selber läuft.

Quelle: Auszug aus "Lieben was ist" von Byron Katie

01.09.2011

Byron Katie - The Work oder " Lieben was ist"




The Work ist ein Weg, die Stress erzeugenden Gedanken zu identifizieren und zu hinterfragen, die alles Leiden in der Welt verursachen. Es ist ein Weg, der zum inneren Frieden und zum Frieden mit der Welt führt. Sowohl alte wie junge, kranke wie gesunde, gebildete wie ungebildete Menschen - alle Menschen mit einem offenen Geist können diese Arbeit machen.

The Work ist ein Gedankenmodell zur Selbsthilfe, bestehend aus vier Fragen und zwei Umkehrungen. Dieses Modell soll helfen, das eigene Denken zu hinterfragen, mit dem Ziel, leidvolle Vorstellungen zu erkennen, darüber neue Ideen zu entwickeln und so zufriedener zu sein. The Work ist weltanschauungsneutral. Es entspricht im Grundansatz dem von Albert Ellis seit 1955 entwickelten klinisch-psychotherapeutischen Verfahren der rational-emotiven Verhaltenstherapie[1].

Ausgangspunkt sind Urteile über andere Menschen oder Umstände. Diese werden klassisch in einem Arbeitsblatt abgefragt. Hier gilt, je verurteilender die Aussage ist, um so einfacher lässt sich damit arbeiten.

Anhand von vier Fragen wird der subjektive Wahrheitsgehalt überprüft und überlegt, welche Auswirkung eines solche Vorstellung auf den Denkenden hat und wie man ohne diese Vorstellungen leben würde. The Work wird schriftlich oder mit einer zweiten Person gemacht, damit man nicht aus der Frageroutine ausbricht.

Die vier Fragen sind:
1. Ist die Vorstellung wahr?
2. Können Sie mit absoluter Sicherheit wissen, dass das wahr ist?
3. Wie reagieren Sie, wenn Sie diesen Gedanken glauben?
4. Wer wären Sie ohne diesen Gedanken?


Byron Katie benützt immer wieder zwei Unterfragen:
3a) Können Sie einen stressfreien Grund sehen, an diesem Denkmuster festzuhalten?
3b) Können Sie einen Grund sehen, dieses Denkmuster loszulassen? (Bitte versuchen Sie aber nicht es loszulassen.)


Abgeschlossen wird mit zwei Arten von Umkehrungen des ursprünglichen Gedankens:
5. Umkehrung des Inhaltes. - Die Beurteilung einer anderen Person beinhaltet eine Vorstellung, die für den Sprechenden wahr ist, dies aber nicht unbedingt für denjenigen sein muss, der bewurteilt wird, deshalb wird der Inhalt auf den Beurteilenden bezogen, aus:
Er sollte mir besser zuhören. wird zu:
  1. Ich sollte mir selbst besser zuhören.“
  2. Ich sollte ihm besser zuhören.“
  3. „Er sollte mir nicht besser zuhören.“


Für jede der Umkehrungen sollen mindestens drei Beispiele gefunden werden, warum sie genauso wahr oder wahrer ist als der ursprüngliche Gedanke. Ein Beispiel dafür:
Ich sollte mir selbst besser zuhören“
  • Ich habe gespürt, dass ich mir mehr Zeit für mich hätte nehmen wollen, habe dies aber nicht getan.
  • Ich habe meine Wünsche nicht klar ausgedrückt, habe also mir selbst nicht so zugehört, dass ich es gut weitergeben konnte.
  • Ich habe schon lange gedacht, dass ich mehr Sport (oder Yoga, Meditation, usw.) machen wollte, habe dies aber nicht umgesetzt.


6. Umkehrung zu einer neuen Beziehung zum ursprünglichen Gedanken.

Da unser Denken sich permanent wiederholt, ist davon auszugehen, dass eine Beurteilung über andere sich auch dann immer wieder einstellt, wenn sie nicht wahr ist. Dies ist der Ausgangspunkt für eine erneute Überprüfung. The Work möchte den Stress reduzieren, der durch solche unwahren, wiederkehrenden Vorstellungen entsteht. Deshalb wird zum Schluss einer Überprüfung das Problem wiederholt und damit in Verbindung gesetzt, dass man es liebt, genau so, wie es momentan in Erscheinung tritt:

Aus "Er sollte mir besser zu hören", wird "Ich liebe es, dass ich denke: 'Er sollte mir besser zuhören'".


Weitere Links:

Hildes Sammelecke: GFK - empathisch miteinander kommunizieren - Teil 1

Hilde : Bist du ein wenig mit GFK – Gewalt­freie Kommuni­kation ver­traut?   KI : Ja, ich bin mit der Gewaltfreien Kommuni­kation (...